Definition, Berechnung & Beispiele

Taktzeit in der Produktion

Die Taktzeit wird eingesetzt, um die Produktionsgeschwindigkeit an die Kundennachfrage anzupassen. Sie erleichtert die Erkennung von Engpässen und ermöglicht eine gezieltere Verteilung von Ressourcen auf einzelne Arbeitsstationen.

Definition

Was ist die Taktzeit?

Die Taktzeit ist eine Zielvorgabe für die Produktionsgeschwindigkeit und gibt an, wie schnell ein einzelnes Produkt fertig werden muss, um die Kundennachfrage optimal abzudecken.

Sie wird eingesetzt, um die Produktionsgeschwindigkeit an die Kundennachfrage anzupassen, Überproduktion zu vermeiden und Lagerbestände niedrig zu halten.

Berechnung der Taktzeit

Die Taktzeit wird berechnet, indem die verfügbare Arbeitszeit durch die Anzahl der nachgefragten Einheiten (Sollmenge) geteilt wird.

Berechnungsformel: Taktzeit = Verfügbare Produktionszeit / Kundennachfrage

Berechnungsformel für die Taktzeit mit Beispiel

Das Ergebnis ist die Soll-Zeit für die Produktion einer einzelnen Einheit. Braucht die Produktion länger (Überschreitung der Taktzeit), kann die Kundennachfrage nicht vollständig abgedeckt werden. Wird dagegen schneller produziert (Unterschreitung der Taktzeit), kommt es zu einer Überproduktion.

Die verfügbare Arbeitszeit pro Schicht ergibt sich aus der Schichtlänge abzüglich Pausenzeiten, Zeiten für Schichtwechsel, geplante Wartungsarbeiten, Reinigungen etc. Die Kundennachfrage kann aus dem Produktionsprogramm, Prognosen oder vorhandenen Aufträgen ermittelt werden.

Beispiel für die Taktzeit

  • Verfügbare Arbeitszeit pro Schicht: 420 Minuten
  • Nachfrage (Soll-Menge) pro Schicht: 210 Einheiten

Taktzeit = 420 Minuten / 210 Einheiten = 2 Minuten/Einheit

    Um eine Taktzeit von 2 Minuten einzuhalten, darf die Bearbeitungszeit an keiner der aufeinanderfolgenden Arbeitsstationen mehr als 2 Minuten betragen. Anderenfalls ist die Station nicht taktfähig und wird zum Engpass, der die maximale Produktionsgeschwindigkeit beschränkt.

    Einsatzgebiete

    Wo wird die Taktzeit eingesetzt?

    Die Taktzeit wird dort eingesetzt, wo Produktionsabläufe regelmäßig und wiederholbar ablaufen. Dies betrifft vor allem die Massenfertigung bzw. Fließfertigung, wo große Mengen gleicher Produkte kontinuierlich produziert werden. Aber auch in der Serienfertigung (Produktion gleicher Produkte in größeren Stückzahlen) kommen Taktzeiten zum Einsatz.

    Bei stark individuellen Produkten und Prozessen (z.B. Einzelfertigung, Werkstattfertigung) sind Taktzeiten dagegen weniger sinnvoll.

    Eine besonders wichtige Rolle spielt die Taktzeit in der Automobilindustrie: Hier werden optimierte Taktzeiten verwendet, um die verschiedenen Produktionsschritte entlang der Montagelinie zeitlich aufeinander abzustimmen. Ziel ist eine möglichst einheitliche Bearbeitungsdauer an jeder Station, um Wartezeiten, Staus und Leerlauf zu vermeiden.

    Vorteile

    Welche Vorteile bietet die Taktzeit?

    Die Taktzeit ist ein Werkzeug in der Produktionsplanung und wird als Grundlage genutzt, um Ressourcen zu verteilen und Abläufe anzupassen. In Branchen wie der Automobilindustrie wird oft der gesamte Produktionsprozess auf Basis vorgegebener Taktzeiten strukturiert.

    Zudem unterstützt sie die Produktionsüberwachung und den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Läuft die Produktion auf Takt, können Probleme schneller erkannt werden („Welche Station kann den Takt nicht einhalten?“). Außerdem können Engpässe langfristig optimiert werden – z.B. indem zusätzliche Personalressourcen für einen Arbeitsplatz bereitgestellt werden.

    Vorteile der Taktzeit im Überblick:

    • Abstimmung von Produktionsmenge und Kundennachfrage
    • Gezielte Zuweisung von Ressourcen an Arbeitsstationen
    • Performance-Überwachung einzelner Arbeitsstationen
    • Identifikation von Engpässen und Optimierungsbedarfen
    • Standardisierte Produktionsgeschwindigkeit als Bewertungsmaßstab
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    Unvorhergesehene Störungen können die Einhaltung der Taktzeit verhindern und für erheblichen Schaden sorgen.

    Mit manubes erfassen und visualisieren Sie Maschinendaten, um Probleme frühzeitig zu erkennen und schnelle Reaktionen zu ermöglichen. Individuelle und mobil nutzbare Dashboards sorgen für maximale Transparenz im gesamten Unternehmen – auf PCs in der Zentrale, auf Monitoren in der Produktionshalle oder direkt am Arbeitsplatz.

    Maßnahmen

    Wie kann die Bearbeitungsdauer einer Station an die Taktzeit angepasst werden?

    In der Praxis wird versucht, die Bearbeitungsdauer an jeder aufeinanderfolgenden Station einer Fertigungs- oder Montagelinie so genau wie möglich an die vorgegebene Taktzeit anzupassen. Je nachdem, ob eine Station über oder unter der Taktzeit liegt, sind verschiedene Maßnahmen möglich:

    Bearbeitungsdauer liegt über der Taktzeit (Station ist zu langsam)

    • Parallelisierung: Gleichzeitige Bearbeitung eines Produkts durch mehrere Mitarbeiter
    • Doppelstationen: Station wird dupliziert, sodass zwei Produkte gleichzeitig bearbeitet werden
    • Technische Hilfsmittel: Unterstützung von Arbeitsschritten durch Assistenzsysteme, Roboter o.Ä.
    • Arbeitsinhalt reduzieren: Abgeben von Teilaufgaben an vorgelagerte oder nachgelagerte Stationen

    Beispiel: Die vorgegebene Taktzeit liegt bei 60s, aber eine Station benötigt 120s für die Bearbeitung einer Einheit. Können jedoch durch zusätzliche Kapazitäten zwei Produkte parallel bearbeitet werden, liegt die Ausstoßrate der Station wieder genau im Takt von 60s pro Einheit.

    Bearbeitungsdauer liegt unter der Taktzeit (Station ist zu schnell)

    • Zusammenfassung: Mehrere kurze Tätigkeiten werden in einer Station gebündelt, um Zeit aufzufüllen
    • Übernahme: Übernahme von Arbeitsschritten vorgelagerter oder nachgelagerter Stationen
    • Puffer: Einplanung von Zwischenpuffern zum Ausgleich von Schwankungen
    • Kapazitätsabbau: Reduzierung der Besetzung oder Abbau von Parallelplätzen

    Taktzeiten einhalten:
    Strategien für eine effiziente und transparente Produktion

    Echtzeit-Überwachung einzelner Arbeitsstationen

    Echtzeit-Überwachung
    einzelner Arbeitsstationen

    Visualisieren Sie die Leistung einzelner Anlagen und Arbeitsplätze in Echtzeit und erkennen Sie sofort, wenn eine Station nicht im Takt produziert. Mit manubes können Sie Daten direkt über OPC UA und andere Schnittstellen erfassen und in eigene Dashboards oder Übersichtsseiten integrieren – bereit zur Anzeige auf beliebigen Geräten. Ergänzend dazu können mobile Benachrichtigungen und Alarme genutzt werden, um Verantwortliche proaktiv zu informieren, wenn bestimmte Schwellwerte überschritten werden.

    Datengesteuerte Optimierungen

    Erfassung und Analyse
    großer Datenmengen

    Erfassen und speichern Sie Leistungsdaten über alle Produktionsbereiche hinweg, um eine Datenbasis für langfristige Optimierungen zu schaffen. Mit manubes können Sie Daten in benutzerdefinierten Datenmodellen verwalten, in dynamisch erstellte Produktionsberichte integrieren oder an andere Systeme übermitteln. Zudem können Sie vorhandene Daten mit dem KI-Assistenten analysieren, um mögliche Engpässe innerhalb von Sekunden zu finden und zu untersuchen.

    Unternehmensweite Bereitstellung von Daten

    Bereitstellung von ERP-Daten
    auf dem Shopfloor

    Stellen Sie sicher, dass lokale Teams jederzeit einfachen Zugriff auf relevante ERP-Daten haben, um Konflikte und Verzögerungen bei Transportaufträgen o.Ä. zu vermeiden. Mit manubes können Sie Daten aus SAP und anderen Systemen direkt am Arbeitsplatz und über eigene Benutzeroberflächen anzeigen lassen – mobil und übersichtlich. Ergänzen Sie Anzeigen um Checklisten, Formulare und andere interaktive Elemente, um den Datenaustausch zwischen Shopfloor und Unternehmensebene zu optimieren.

    Prozessoptimierung mit digitalen Lösungen

    Flexible Entwicklung
    passender Lösungen

    Entwickeln Sie digitale Lösungen, um manuelle oder papierbasierte Prozesse zu beschleunigen. Integrieren Sie QR-Code-Scans in Arbeitsabläufe, um Daten automatisiert zu erfassen oder Materialien zu prüfen. Mit den manubes-Designern erhalten Sie Zugriff auf flexible No-Code-Tools zur Entwicklung eigener Applikationen – bestehend aus Datenmodellen, Workflow-Automatisierungen und interaktiven Benutzeroberflächen.

    FAQ

    Weitere häufig gestellte Fragen zur Taktzeit

    Was bedeutet die Verringerung der Taktzeit?

    Eine kürzere Taktzeit bedeutet, dass weniger Zeit für die Produktion einer einzelnen Einheit zur Verfügung steht. Das Resultat sind eine höhere Produktionsgeschwindigkeit und damit mehr produzierte Einheiten. Damit dieser schnellere Produktionstakt erreicht werden kann, muss die Bearbeitungszeit an jeder einzelnen Arbeitsstation genau bei oder unterhalb der Taktzeit liegen.

    Eine kürzere Taktzeit kann mit einer steigenden Belastung für Personal einhergehen und möglicherweise zu höheren Fehlerquoten führen. Zudem kann es zu Überproduktion und höheren Lagerbeständen kommen, wenn die Produktionsmenge die nachgefragte Menge übersteigt.

    Was bedeutet die Erhöhung der Taktzeit?

    Eine erhöhte Taktzeit bedeutet, dass mehr Zeit für die Produktion einer einzelnen Einheit zur Verfügung steht. Demnach ist die Produktionsgeschwindigkeit geringer und die Anzahl der produzierten Einheiten innerhalb einer Schicht sinkt.

    Die Erhöhung der Taktzeit kann zu einer Steigerung der Produktqualität und einer geringeren Belastung für Personal führen. Kann die Produktion jedoch nicht mit der Nachfrage Schritt halten, kann es zu Lieferengpässen kommen.

    Was ist der Unterschied zwischen Taktzeit und Zykluszeit?

    Die Taktzeit ist eine Zielvorgabe für die Produktionszeit einer einzelnen Einheit, die aus der Kundennachfrage berechnet wird.

    Bei der Zykluszeit dagegen handelt es sich um die reale Zeit, die eine Arbeitsstation zur Bearbeitung eines einzelnen Teils benötigt. Sie bezieht in der Regel alle prozessrelevanten Schritte mit ein, jedoch keine Wartezeiten außerhalb des Bearbeitungsprozesses.

    Während die Taktzeit aus der Kundennachfrage berechnet wird, kann die Zykluszeit direkt gemessen werden, zum Beispiel anhand von Daten aus einer SPS.

    In der Praxis wird versucht, die Zykluszeit aller Stationen an die Taktzeit-Vorgabe anzupassen.

    Was ist der Unterschied zwischen Taktzeit und Durchlaufzeit?

    Die Taktzeit ist die Zeitvorgabe für die Produktion einer einzelnen Einheit, die sich aus der Kundennachfrage ergibt und den Rhythmus vorgibt, in dem fertige Produkte die Linie verlassen sollen.

    Die Durchlaufzeit dagegen umfasst den Zeitraum, den ein Produkt zum Durchlaufen des gesamten Produktionsprozesses benötigt – vom Beginn des ersten bis zum Abschluss des letzten Prozessschrittes. 

    Neben Bearbeitungszeiten umfasst die Durchlaufzeit auch Rüstzeiten, Transportzeiten sowie Warte- und Liegezeiten.

    Weitere Informationen

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